Die Arbeit als Bundestagsabgeordneter unterteilt sich zum einen in Wahlkreiswochen, in denen ich in der Heimat - speziell im Wahlkreis - unterwegs bin, und zum anderen in Sitzungswochen des Deutschen Bundestages in Berlin. In der Regel reise ich Sonntag am späten Abend in Berlin an, wenn ich in Thüringen nicht noch Termine wahrzunehmen habe. Ansonsten fahre ich Montag früh von Erfurt nach Berlin.
Montag – Das Berliner Büro wartet.
Oft stehen früh noch Termine im Wahlkreis auf dem Programm. Aber in Berlin warten bereits ungeduldig meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf meine Ankunft, um mit mir als erstes die vorbereitete Sitzungswoche zu besprechen. Im Schwerpunkt besprechen wir die kommenden Sitzungen der Arbeitsgemeinschaften für Gesundheit und Petition sowie die dazugehörigen Ausschusssitzungen. Danach wartet die Sichtung der Post und die Beantwortung zahlreicher Zuschriften und Bitten an mich. Manchmal finden in den Nachmittagsstunden Anhörungen zu Gesetzgebungsverfahren statt, denen ich beizuwohnen habe. In der Regel nehme ich am späten Nachmittag und Abend dann noch Termine in Berlin wahr und treffe mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen der Landesgruppe Ost der SPD-Bundestagsfraktion. Der Landesgruppe sitzt meine geschätzte Kollegin Iris Gleike aus Thüringen vor. Dieser Arbeitsgemeinschaft gehören alle sozialdemokratischen Abgeordneten aus den neuen Bundesländern an.
Dienstag – Tag der Arbeitsgruppen und der Fraktion
Am Vormittag und Mittag nehme ich an der Sitzung der AG-Gesundheit und AG-Petition teil. Hier bereiten ich und meine Fachkolleginnen und -kollegen die Ausschusssitzungen des kommenden Tages vor. Wir besprin nechen gemeinsam die Tagesordnung und entscheiden demokratisch über unser Abstimmungsverhalten im Ausschuss. Außerdem koordinieren und besprechen wir unsere Initiativen als Arbeitsgemeinschaft, die wir gemeinsam ins Parlament einbringen wollen.
Am Nachmittag - meist bis in den Abend hinein - findet dann die Fraktionssitzung der SPD-Bundestagsfraktion statt. Hier kommen alle SPD-Abgeordneten zusammen und tauschen sich über die aktuellen Geschehnisse sowie den Ablauf der Plenarsitzung aus. Fraktionsinitiativen werden abgestimmt und die Fraktionslinie beschlossen.
In den Abendstunden warten dann erneut Termine zu Fachgesprächen mit Interessengruppen auf mich. Ich treffe mich beispielsweise mit Vertreterinnen und Vertretern von Wohlfahrtsverbänden, Rehabilitationsorganisationen oder Berufsgruppen des Gesundheitswesens wie Pfleger, Zahntechniker oder Fach- und Zahnärzte zum Meinungsaustausch.
Mittwoch – Tag der Ausschusssitzung und I. Tag des Plenums
Früh um 8 Uhr tagt der Petitionsausschuss und gleich im Anschluss von 9 bis 13 Uhr der Ausschuss für Gesundheit im Paul-Löbe-Haus. In den Ausschüssen treffen sich die Abgeordneten aller Fraktionen - hier findet die gemeinsame fachlich-inhaltliche Arbeit des Bundestages statt.
Nach Ende der Ausschusssitzung und einem verspäteten Mittagessen kehre ich dann wieder in mein Büro zurück und widme mich der Nachbereitung der Sitzung sowie noch einmal meiner Post. Im Anschluss bespreche ich mich meist mit meinen MitarbeiterInnen. Wir gehen die anstehenden Termine durch und legen die Arbeitsinhalte für die kommenden Tage fest.
Danach begebe ich mich meist ins Plenum. Auf dem Programm stehen die Befragung der Bundesregierung und aktuelle Stunden. Das ist jedoch davon abhängig, ob meine politischen Themenfelder auf der Tagesordnung stehen. Viele Bürgerinnen und Bürger beschweren sich manchmal darüber, dass das Plenum während der Debatten so gering besetzt sei. Die ist aber eben der Tatsache geschuldet, dass die jeweiligen Fachpolitiker in der Regel zwar ihren Tagesordnungspunkten beiwohnen, ansonsten aber die Arbeit abseits des Plenums zu erledigen haben.
Auch am Mittwoch habe ich in der Regel Abendtermine außerhalb der Liegenschaften des Deutschen Bundestages wahrzunehmen.
Donnerstag – II. Tag des Plenums und AG-gegen-Rechtsextremismus
Der Donnerstag steht ganz im Zeichen des Plenums. 9 Uhr geht es los. Sollte die Bundesregierung zu aktuellen Themen Stellung nehmen, sprich die Kanzlerin eine Regierungserklärung abgeben, so geschieht dies meist früh zu Beginn. Zusätzlich zu meiner Mitarbeit in den Ausschüssen bin ich auch noch Schriftführer im Deutschen Bundestag. Ich sitze dem Parlamentspräsidenten bei und helfe ihm bei der Leitung der Plenarsitzung. Kommt es zu namentlichen Abstimmungen, beaufsichtige ich neben anderen Schriftführern die Stimmabgabe an den Wahlurnen. Am Nachmittag treffe ich mich dann mit meinen Kolleginnen und Kollegen der Arbeitsgemeinschaft gegen Rechtsextremismus der SPD-Bundestagsfraktion. Hier koordinieren und besprechen wir unter Kolleginnen und Kollegen unseren Kampf gegen Rechts. Zwischendurch finde ich mich immer wieder im Büro ein, da sich der Donnerstag sehr gut für Bürogespräche mit Gästen anbietet.
Freitag – III. Tag des Plenums
Am Freitag wohne ich um 8 Uhr der Sitzung der inneren Kommission bei, einem Gremium das sich mit den Belangen und organisatorischen Fragen der Liegenschaft des Deutschen Bundestages beschäftigt. Danach geht es in der Regel bis in die Mittagsstunden ins Plenum, wenn ich nicht Termine im Büro absolvieren muss. Je nach der Länge des Plenums versuche ich am Nachmittag einen Zug gen Erfurt zu erwischen und widme mich in den rund 3 Stunden Fahrt ausstehenden Telefonaten oder der Vorbereitung meines Wochenendprogramms.
Das Wochenende – Zwischen Familie und Terminen
Am Wochenende nehme ich in der Regel diverse Termine bei Thüringer Vereinen und Organisationen wahr oder komme anderen gesellschaftlichen Verpflichtungen nach. Meist besuche ich Festveranstaltungen im Wahlkreis. Ich sehe aber zu, dass ich mich am Wochenende häufig bei meiner Tochter aufhalte, die nun Anspruch auf ihren Vater hat.























